Wie viel kannst du für deine VA-Tätigkeiten verlangen?

Eine interessante und wichtige Frage, auf die es leider keine konkrete Antwort gibt. Im Land der Freiberuflichkeit kann jeder seine Preise setzen wie er möchte – solange der Kunde gewillt ist diese zu bezahlen, natürlich.

Trotzdem gibt es ein paar Anhaltspunkte, an denen du deine Tarife festmachen kannst.

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1. Wie viel musst du verlangen um deine Kosten zu decken?

Jeder hat monatliche Fixkosten wie Miete, Strom und Wasser, Sprit und Nahrungsmittel.

Als Freiberufler führt man außerdem selbst den vollen Betrag an Steuern, Versicherungen und sozialen Beiträgen ab.

Wenn du hauptberuflich als VA arbeitest, musst du mit deinen Einnahmen mindestens diese Fixkosten decken können. Mindestens! Wenn du von einer üblichen Arbeitszeit von 160h/Monat ausgehst, kannst du recht einfach deinen Mindesttarif je Stunde ausrechnen.

Da dies aber nur deine Fixkosten abdeckt und keinen Platz für weitere Ausgaben wie z.B.
Reparaturkosten an Haus oder Auto, Urlaube, oder andere unvorhersehbare Investitionen lässt, solltest du nochmal mindestens 25% auf diesen notwendigen Stundenlohn dazu rechnen.

Mein Tipp: Berechne deine monatlichen Fixkosten. Jährliche Fixkosten legst du
dabei am Besten auf Monate um. Sei dabei nicht zimperlich und rechne lieber etwas mehr dazu als zu wenig. Dann teile den erhaltenen Betrag durch die Anzahl Stunden, die du vorhast im Monat als VA zu arbeiten – das ergibt deinen notwendigen Stundentarif.

2. Hast du bereits Erfahrung?

Darf man sich seine Erfahrung bezahlen lassen?

Meiner Meinung nach: Ja!

Ob nun Erfahrung in einer Assistenzposition oder mit den zu nutzenden Programmen – je mehr Erfahrung du mitbringst, desto weniger muss der Kunde an Zeit und Aufwand investieren, um dich in deine Aufgaben einzuweisen. Zeit und Aufwand kann immer in Geld berechnet werden, was bedeutet, dass er sein eigenes spart in dem er jemanden mit Erfahrung anheuert.

Da dein Kunde (hoffentlich) einen höheren Stundenverdienst hat als du als VA, und er in der gesparten Zeit stattdessen selbst Geld verdienen kann, ist ein Aufschlag für deine Erfahrung meiner Meinung nach durchaus vertretbar – gleich wie man sich Erfahrung als Arbeitnehmer auch bezahlen lässt.

Wie viel Sie auf Ihren Basis-Stundentarif für Ihre Erfahrung draufschlagen liegt in Ihrem Ermessen, und hängt außerdem noch von einer weiteren Aspekt ab: dem Kunden.

3. Was kann der Kunde sich leisten?

Und was ist er bereit zu bezahlen?

Diese Aspekte solltest du bei deiner Preisberechnung auch in Betracht ziehen. Ein Freiberufler oder Ein-Mann-Betrieb wird sich wahrscheinlich nicht so viel für eine VA leisten können wie ein mittelständisches Unternehmen.

Auch die Branche, in der dein potentieller Kunde sich bewegt, ist ein Indikator. Und wenn du ihm zu teuer bist, wird der Kunde sich eine günstigere VA suchen, egal wie erfahren du bist, oder wie besonders dein Service.

Aber, es gilt immer:

Verkaufe dich nicht unter Wert! Du solltest davon leben können.

4. Wann kannst du unter deinen notwendigen Mindesttarif gehen?

Es gibt durchaus ein paar Gelegenheiten, zu denen du dir überlegen kannst, unter deinen Mindesttarif zu gehen – z.B. wenn du die VA-Tätigkeiten als Nebenverdienst ausführst, und noch nicht davon abhängig bist.

Gerade zum Einstieg macht es Sinn nicht sofort den Hauptberuf zu kündigen, sondern nebenberuflich einen Kundenstamm aufzubauen und Erfahrung zu sammeln. In diesem Fall kannst du dir überlegen einen niedrigeren Tarif zu verlangen – denn wenn du dir damit einen Kundenstamm und Erfahrung aufbaust, kann sich dies für zukünftige Aufträge durchaus lohnen.

Gehe hierbei aber auch nicht zu tief, sonst fühlen die Kunden, die du damit angelockt hast, sich übers Ohr gehauen wenn du deine Preise extrem erhöhst sobald du von Teil- in Vollzeit wechselst.

Am Allerbesten ist es wenn deine ersten Kunden von vornherein Bescheid wissen, dass du deine Tarife erhöhen wirst sobald du auf Vollzeit VA umsteigst. Mit offenen Karten zu spielen ist immer am Besten für alle Beteiligten.

5. Ein Hinweis zu Job Boards und Tarifen

Persönlich rate ich von Job Boards wie eAssistentin ab, zumindest wenn du als VA deinen  Lebensunterhalt verdienen möchtest. Die Tarife dort sind niedrig gehalten, um Kunden anzulocken.

Das bedeutet natürlich, je niedriger die Tarife für die Kunden, desto weniger werden die VAs bezahlt.

Wenn du aber noch nicht von deinen Einnahmen aus deinen VA-Diensten abhängig bist, und erst einmal Erfahrung als VA sammeln möchtest, können solche Job Boards durchaus ein wertvoller Einstieg sein.

Bleibe jedoch nicht an diesen hängen. Wenn du ein bisschen Erfahrung gesammelt hast, betreibe nebenher die wie in Einheit 3 Kundenakquise beschriebene Kaltakquise, um besser bezahlende Kunden direkt zu erwerben.

Möglicherweise kannst du auch einen deiner Kunden, für den du über ein Job Board arbeitest, davon überzeugen dich direkt anzuheuern. Da dieser jedoch von vorne herein billig über ein Job Board eine VA-Kraft genutzt hat, wird er wahrscheinlich nicht (viel) mehr bieten als er ohnehin für diesen Service bezahlt.

Vergiss eine Sache nie: Verkaufe dich nicht unter Wert! Auch ein VA muss von seiner Arbeit leben können – und darf für gute Arbeit entsprechend bezahlt werden.


Dieser Artikel war ein Auszug aus meinem Leitfaden „Die Basics der Virtuellen Assistenz“. Wenn du mehr über deinen Start in die Virtuelle Assistenz erfahren möchtest, lade dir den kompletten Leitfaden hier kostenlos herunter:

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Viel Spaß beim Lesen und viel Erfolg!

Deine Pia

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