Freiberuflichkeit

Nach der Kündigung: Warum es wichtig ist, sich im Guten vom Chef und den Kollegen zu trennen – und wie du es anstellst

Du hast dich also entschieden, dich freiberuflich selbstständig zu machen. Vielleicht weil du deinem Traum folgst, dein Hobby zum Beruf machst, oder weil du es in deinem Bürojob einfach nicht mehr aushälst.

In allen Fällen ist der nächste logische Schritt die Kündigung. Diese einzureichen ist gleichzeitig aufregend und ein bisschen beängstigend. Sobald die Kündigung vollzogen ist, bist du offiziell auf dich allein gestellt.

Im Idealfall kannst du diesen Schritt kaum abwarten, weil du dich auf dein neues Leben in Freiberuflichkeit freust. Vielleicht kommst du dabei in die Versuchung, deinem Bürojob, dem Chef und den Kollegen eine lange, schadenfrohe Nase zeigen.

Aber überlege dir gut, ob du dieser Versuchung erliegen und wirklich alle Brücken hinter dir abbrechen willst. Nur weil du deinen Bürojob hinter dir lässt, heißt es nicht, dass dein Chef und deine Kollegen in Zukunft keine Rolle mehr spielen können.

1. Man trifft sich immer zweimal im Leben

Als Freiberufler ist dein berufliches und soziales Netzwerk eines der essenziellsten Tools um neue Kunden zu finden und dein Business auszubauen. Dein Chef und deine Kollegen sind bereits Teil deines beruflichen und vielleicht auch sozialen Netzwerks, die du nicht mehr ansammeln musst, und über die du auch zukünftig dein Netzwerk noch weiter ausbauen könntest. Dieses Netzwerk einfach abzuwerfen wäre extrem kurzsichtig, denn…

2. Dein Chef oder Kollegen könnten dir Referenzen geben

Nicht nur deine zukünftigen Kunden können dir Referenzen geben – auch deine ehemaligen Kollegen und der Chef sind Quellen, die deine Vorzüge weitergeben können.

Sofern sie denn wollen. Wenn du sie bei deiner Kündigung vor den Kopf schlägst, ist es aber wahrscheinlicher, dass sie sich genau das merken. Und wie Studien bewiesen haben, ist es wahrscheinlicher, dass negative Eindrücke an andere weitergegeben werden als positive.

Stelle also lieber sicher, dass deine ehemaligen Kollegen einem potentiellen zukünftigen Kunden nicht davon abraten, dich anzustellen.

3. Dein Chef oder Kollegen könnten Kunden werden

Über deine ehemaligen Kollegen könntest du nicht nur neue Kunden kennenlernen – sie könnten sogar deine ersten neuen Kunden werden!

Deine ehemaligen Kollegen können Teil deines zukünftigen freiberuflichen Netzwerks oder gar Kunden sein.

Aber wie gehst du am Besten bei einer Kündigung vor, ohne dabei deinen Chef oder deine Kollegen vor den Kopf zu stoßen?

Generell sind Kündigungen natürlich keine nie da gewesene Sache. Vor allem in großen Firmen sind Wechsel auf andere Stellen fast alltäglich. Fluktuation von Kollegen ist normal, auch in kleineren Betrieben. Die meisten Menschen wollen nicht ewig auf der gleichen Stelle arbeiten und sich stattdessen weiterentwickeln.

Aber die Art wie man kündigt, kann den Unterschied zwischen einem guten oder einem schlechten Abschied machen.

1. Informiere als aller Erstes deinen Chef

Der erste, der von deiner Kündigung erfahren sollte, ist dein direkter Vorgesetzter. Nicht dein Kollege mit dem du immer Mittagessen gehst; nicht deine Kaffeepausen-Kumpels; nicht die Sekretärin deines Chefs, und auch nicht dessen Vorgesetzter.

Egal wie verschwiegen deine Kollegen sind, Gerüchte enstehen schneller als man “bitte nicht weitererzählen” sagen kann. Und wenn dein Vorgesetzter von anderen erfährst, dass du kündigen willst, fühlt er sich garantiert vor den Kopf gestoßen.

2. Gib genug Vorlauf

Die Kündigungsfrist für Arbeitnehmer beträgt in Standardverträgen 4 Wochen zum 1. oder 15. des folgenden Monats.

Es ist natürlich dein gutes Recht, diese 4 Wochen in Anspruch zu nehmen. Und wenn die Gelegenheit für dich günstig ist, dann solltest du sie auf jeden Fall wahrnehmen; potentielle Kunden werden kaum drei Monate warten, bis du für sie arbeiten kannst.

Aber aus Sicht deines Vorgesetzten sind 4 Wochen eine sehr kurze Zeit, um eine/n Nachfolger/in für dich zu finden und diese/n einzuarbeiten; vor allem wenn du noch Resturlaub und Überstünden abbauen musst. Da sind 4 Wochen schnell vorbei, und du bist von dem Zeitpunkt deiner Kündigung bis zu deinem letzten Arbeitstag möglicherweise nur noch ein paar Tage im Büro.

Das könnte deinen Abschied für deinen Chef mit einem bitteren Nachgeschmack versehen. Etwas mehr Vorlauf kann dem vorbeugen – sofern es für dich machbar und sinnvoll ist.

3. Informiere deine Kollegen über deinen nächsten beruflichen Schritt

Wie machst du deine Kollegen zu potentiellen Kunden? Indem du sie darüber informierst was genau du in Zukunft machen wirst. Falls sie deinen Service gebrauchen können, werden sie dich garantiert darauf ansprechen.

Oder vielleicht haben sie Bekannte oder Freunde, die von deinem Service profitieren können. Auf jeden Fall ist es immer eine gute idee, Visitenkarten bei sich zu führen – man weiß nie, wer Interesse zeigt.

4. Verabschiede dich

Auch wenn die Versuchung möglicherweise groß ist: verschwinde nicht einfach von der Bildfläche. Gehe z.B. nochmal mit deinen Kollegen einzeln Mittagessen. Schmeiß einen Ausstand für alle. Schreibe eine Abschiedsemail.

Bleibe deinen Kollegen in guter Erinnerung – du weißt nie, wie deine ehemaligen Kollegen dein zukünftiges freiberufliches Business beeinflussen werden.

 

 

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